Bericht zur Jahreshauptversammlung 2021 der FFW Ramsau

30. Juli 2021
Die Jahreshauptversammlung ist letztes Jahr wegen Corona ausgefallen, deshalb traf man sich – mit Rückblick auf die Jahre 2019 und 2020 – ausnahmsweise im Feuerwehrhaus Ramsau

Bürgermeister Herbert Gschoßmann sprach im öffentlich-rechtlichen Teil der Versammlung von einem »Jahr unter besonderen Umständen«. Es sei beeindruckend, was die Feuerwehren als wichtiger Teil der Gesellschaft leisteten, nicht nur bei der Schadensbekämpfung. »Die Feuerwehren vermitteln auch das Gefühl, nicht alleine zu sein. Man weiß, es ist jemand da, der helfen kann in gefährlichen Situationen, es sind Mannschaften da, die helfen können«, sagte Gschoßmann und sprach für die geleistete Arbeit allen Wehren seinen herzlichsten Dank aus.

Aus dem Bericht von 1. Kommandant Max Niedermayer war zu erfahren, dass die Feuerwehr Ramsau in letzter Zeit einen Anstieg auf 72 aktive Mitglieder erfahren hat, das ist für die Gemeinde Ramsau eine hohe Zahl. Der Kommandant freute sich über das große Interesse an der Wehr. Die vier Feuerwehranwärter Valentin Gschoßmann, Josef Pfnür, Lenz Votz und Benedikt Graßl haben im Juli 2020 den Abschlusslehrgang mit Erfolg absolviert und sind somit nun voll ausgebildete Feuerwehrmänner. Der Kommandant gratulierte zur bestandenen Modularen Truppausbildung (MTA) und es gab dafür kräftigen Applaus.

Weiters begrüßte der Kommandant die seit März 2020 bei der Jugendfeuerwehr tätigen Angelika Sieger, Anna Sunkler und Florian Willeitner. »Es ist jetzt auch in der Ramsau angekommen, dass Frauen zur Feuerwehr gehören und das freut uns ganz besonders«, sagte Niedermayer. Er begrüßte auch noch Emily Renoth, die im Besitz einer Doppelmitgliedschaft ist. Sie ist bei der Berchtesgadener Feuerwehr und weil sie jetzt nach Ramsau zog, ist sie auch bei der Ramsauer Feuerwehr. Emily Renoth ist die erste ausgebildete Dame bei der Ramsauer Wehr. Auch Florian Koll ist wieder bei der Ramsauer Feuerwehr, er musste kurzzeitig seine Ausbildung unterbrechen.

Freude auf neues Feuerwehrhaus

Der Kommandant stellte auch den aktuellen Fuhrpark vor, zu den wichtigsten Fahrzeugen gehört das HLF 20, Baujahr 2018. Das TLF 16/25 dient der Brandbekämpfung, es wird allerdings nächstes Jahr 30 Jahre alt und gehört dann ausgetauscht. Die Ramsauer Wehr besitzt auch seit 2020 ein GWL-1 Logistikfahrzeug. »Dieses Fahrzeug ist ein absoluter Allrounder«, sagte der 1. Kommandant. Weiters verfügt die Ramsauer Wehr über einen Mehrzweckanhänger. In punkto Schutzausrüstung ist die Ramsauer Feuerwehr auf dem aktuellsten Stand.

Die besten Fahrzeuge und Gerätschaften bringen jedoch nichts, wenn sie nicht ordentlich untergebracht sind. Deshalb steht aktuell der Bau eines neuen Feuerwehrhauses an. 2. Kommandant Andreas Zörner erklärte anhand von digitalem Bildmaterial die Pläne für das Feuerwehrhaus.

Anschließend berichtete 1. Kommandant Max Niedermayer von den Einsätzen. 2019 waren es 43 Einsätze mit 1504 Stunden und 2020 34 Einsätze mit 507 Stunden. Nach den Worten des Kommandanten nehmen extreme Wetterereignisse immer mehr zu, eine große Herausforderung waren die Katastrophenfälle. Niedermayer: »Aber das Wichtigste war, dass keiner zu Schaden gekommen ist.« Man hat im Nachhinein geschaut , wie man es vielleicht besser machen kann. »Es gab viel Verständnis vonseiten der Bevölkerung, allerdings unterschiedlich«, sagte der Kommandant. Da war man beispielsweise nach dem Dachabschaufeln auch noch gefragt worden, ob man den Parkplatz nicht auch noch vom Schnee räumen könnte.

Der Kommandant bedauerte auch, dass Funkverkehr nur vom Fensterbankl im Feuerwehrhaus aus möglich ist und bedankte sich bei der Bergwacht, die die Feuerwehrkameraden für die Abarbeitung ihrer Angelegenheiten ins Bergwachthaus ließen. »Wir sind froh, wenn wir im neuen Feuerwehrhaus eine eigene Einsatzzentrale haben«, sagte Niedermayer. Für Übungen, Ausbildungen und Versammlungen benötigte man 2019 genau 2 382 Stunden und 2020 waren es 1209 Stunden.

Für sechs Jahre wiedergewählt

In ihren Ämtern bestätigt wurden bei der anschließenden Neuwahl 1. Kommandant Max Niedermayer und 2. Kommandant Andreas Zörner. Beide nahmen auf die entsprechende Frage des Bürgermeisters ihr Amt an. Die beiden sind jetzt für die nächsten sechs Jahre gewählt.

Nach der Kommandantenwahl ging es zum Vereinsteil der Jahreshauptversammlung. Es gab Grußworte vom 1. Vorstand Richard Maltan und man erhob sich zum Totengedenken von den Plätzen. Fritz Ackermann verlas seinen ausführlichen Schriftführerbericht, zusammengefasst für 2019/2020. Dabei erinnerte er daran, dass am 15. März 2019 die letzte Jahreshauptversammlung im Gasthaus »Oberwirt« war.

Kassier Stefan Stöckl erläuterte die Einnahmen und Ausgaben der Wehr und konnte einen guten Kassenstand vorweisen. Die Kassenprüfer Klaus Foisner und Franz Maltan bestätigten die bestens erledigte Kassenführung und gaben der Versammlung die Empfehlung, den Kassier zu entlasten. Dieser Empfehlung folgte die Versammlung mit einer einstimmigen Entlastung.

Fünf Neuaufnahmen

Neu aufgenommen wurden Angelika Sieger, Anna Sunkler, Florian Willeitner, Emily Renoth und Florian Koll. Außerdem standen mehrere Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft an. Für 15 Jahre geehrt wurden Thomas Datzmann, Max Palzer, Andreas Stutz und Stefan Votz, für 30 Jahre Stephan Sunkler, für 35 Jahre Franz Sachenbacher, Sebastian Hackl, Josef Leitner und 1. Vorstand Richard Maltan.

Kreisbrandinspektor Toni Brandner ehrte für 25 Jahre Dienstzeit Martin Zechmeister, Kajo Krenauer, Michael Flunk und Andreas Graßl sowie für 40 Jahre aktiven Dienst Fritz Ackermann. Eine besondere Ehrung erhielt Josef Renner, er ist mittlerweile 46 Jahre bei der Feuerwehr. Er bekam die um ein Jahr verschobene Ehrung zum 45. Jubiläum in Form eines geschnitzten Florians nachträglich von 1. Vorstand Richard Maltan.

Kreisbrandinspektor Toni Brandner beglückwünschte die Geehrten und gab noch Hinweise zur kommunalen Führungsstruktur. Er lobte die Wehr für die Überbrückung der Coronazeit und für die Aufnahme von Frauen: »Dass jetzt Frauen in der Wehr sind, ist eine gute Entscheidung.«

Berchtesgadener Anzeiger / Bernhard Stanggassinger